← Gregs Blog / Motivation
Wettkampf abgesagt: der Plan B, der deine Saison rettet
Der Fluch trifft immer gleich: Monate ernsthaften Trainings, die Form steigt – und dann die Nachricht: Veranstaltung abgesagt, Verletzung, familiärer Notfall, apokalyptisches Wetter. Der Grund spielt keine Rolle: Das Ziel, das alles zusammenhielt, ist weg. Und mit ihm, wenn du nicht aufpasst, die Lust am Training.
Was dir die Absage NICHT nimmt
Fangen wir mit der einzigen Tatsache an, die zählt: Deine Form existiert. Die Wochen, die du aufgebaut hast, stecken in deinen Beinen – nicht in der Startlinie, die gerade verschwunden ist. Ein Trainingsblock ist nur dann „verloren“, wenn du aufhörst: Die Form verdunstet nicht in drei Tagen, du hast mehrere Wochen, um sie neu einzusetzen, bevor sie ernsthaft nachlässt. Die Absage hat dir ein Datum gestohlen, kein Niveau.
Das Plan-B-Protokoll, der Reihe nach
- Tag 1 und 2: das Recht zu schimpfen. Die Enttäuschung ist berechtigt, du musst sie nicht als „halb so wild“ verkleiden. Zwei Tage. Nicht zwei Monate.
- Tag 3: die Bestandsaufnahme. Wo stehst du wirklich? Wie viele Wochen Form hast du noch vor dir? Worauf zielte dein Aufbau – und was sieht dem in den nächsten vier bis acht Wochen ähnlich?
- Tag 4 bis 7: das neue Datum. Kein vages „mal sehen im September“. Ein Datum, irgendwo aufgeschrieben.
- Danach: neu planen, nicht neu anfangen. Dein neuer Plan startet bei deiner aktuellen Form, nicht bei Woche 1 des alten. Den ganzen Aufbau „sicherheitshalber“ zu wiederholen, ist der schnellste Weg, ausgebrannt an den Start zu gehen.
Drei Notausgänge – such dir einen aus
- Der Ersatzwettkampf. Zeitlich und in der Distanz nah dran: Dein Training lässt sich fast unverändert weiterverwenden, ohne neuen Aufbauzyklus.
- Der persönliche Zeitfahrversuch. Ein vermessener 10er, ein Anstieg mit Stoppuhr, ein Segment, das du auswendig kennst. Keine Startnummer, aber ein Datum und eine Zahl – mehr wollte dein Training nie.
- Der bewusste Wechsel. Du wechselst die Saison: Crosslauf im Herbst, Trail, ein Winterprojekt. Völlig legitim, unter einer Bedingung – beginne mit einer echten Pause, nicht mit einem dreiwöchigen Dahintreiben.
Die Falle der Leere
Die eigentliche Gefahr einer Absage ist nicht körperlich, sondern strukturell: Ohne Termin wird Training wieder verhandelbar – und wir wissen, wie diese Verhandlungen ausgehen, genau darum geht es in „morgen, versprochen“. Die Gegenmaßnahme ist eine einzige Regel: nie länger als eine Woche ohne datiertes Ziel, und sei es bescheiden. Das Datum ist das Gerüst für alles andere.
Und bevor du entscheidest, dass deine Form mit dem Wettkampf verschwunden ist, schau auf die Zahlen statt auf die Stimmung: CTL, ATL und TSB sagen oft das Gegenteil von dem, was eine schlechte Woche behauptet.
„Wenn dein Wettkampf platzt, schicke ich dir kein Motivationszitat. Ich schaue mir an, wo deine Belastung wirklich steht, und wir suchen ein Datum, das deine Vorbereitung weiterverwendet statt sie wegzuwerfen. Deine Form kenne ich genau: Sie ist noch ein paar Wochen lang Gold wert. Die lassen wir nicht auf dem Sofa schmelzen.“
Weiterlesen
UpGreg beim Global Tech Summit in Lausanne
UpGreg ist beim Global Tech Summit in Lausanne am 1. September dabei. Komm unseren KI-Sportcoach kennen.
Artikel lesen →Training in der Hitze: So überhitzt du diesen Sommer nicht
Dein April-Tempo hat in einer Juli-Einheit nichts verloren. Was Hitze wirklich verändert – und wie du damit umgehst.
Artikel lesen →19 Uhr, leerer Kühlschrank: Regeneration am Tisch
Ein Schluck Milch und ein angebissener Apfel bauen deine Muskeln nicht wieder auf. Was dein Körper nach dem Sport wirklich braucht.
Artikel lesen →